Neue Publikationen

Berichte zu unserer JHV

 

 

EDIT

Vereinsleben ist nicht mehr zeitgemäß? Man hört dies oft. Aber wenn man sich umschaut, stimmt dies gar nicht. Vielleicht sind die Formen anders als früher! Vielleicht sind auch die Inhalte verändert. Mag sein. Aber Vereinsleben scheint mir so wichtig wie nie zuvor!

Eher muss man sich fragen, ob ein Verein wie die Fachgesellschaft andere Sukkulenten noch zeitgemäß ist. Diese Frage ist für mich nicht nur berechtigt, sie ist auch relevant, wenn es um die Frage geht: Wohin entwickelt sich unsere Gesellschaft. In Zeiten, da der Erwerb von Pflanzen aus den meisten Heimatländern nicht mehr oder nur noch mit großem administrativen Aufwand möglich ist; in Zeiten, in denen jegliche Information zu den Pflanzen im World Wide Web praktisch jederzeit abrufbar scheint; in Zeiten, da zumindest für die Besserverdienenden Reisen an die Heimatstandorte zur regelmäßig wiederkehrenden Möglichkeit geworden sind: Wozu bedarf es dann noch eines Vereins? Diese Fragestellungen auf unseren Verein übertragen führen zu ein paar Antworten:

Zeitschriften wie die „Sukkulenten“ oder die „Avonia“ müssen die Schönheit der Natur vermitteln, um die Notwendigkeit deren Bewahrung zu verdeutlichen.

Die Zeitschriften müssen fundierte Fakten zu den Pflanzen und den Haltungsanforderungen etc. manifestieren, die auch eine Orientierung bieten, welche Informationen im Dschungel des World Wide Web verlässlich sind, welche Hundertfach abgeschrieben, aber falsch, und welche ggf. von Interessen getrieben sind, die unserem Ansatz des Erhalts der Naturräume und der Pflanzen selbst widersprechen.

Die Gemeinschaft (virtuell durch Telefon, Zeitschriften, Samenaustausch, IG-Kontakte usw.) ist in einer Zeit, in der soziale Kälte, Anonymität in der Großstadt, Probleme bei der Lebensstandarderhaltung zunehmen, jener Anker, der Lebensmut, Solidarität und Kraft spenden kann. Die Teilnehmer unserer Jahreshauptversammlungen spüren, dass die gemeinsamen Ziele, Aktivitäten und Erlebnisse ein starker Motivator sind.

Samentausch, Kommunikation und gemeinsame Aktivitäten der Mitglieder untereinander sind eine wichtige Basis für einen Pflanzentausch und damit für den Erhalt dieser Pflanzen, nicht nur, weil diese vermehrt werden, sondern weil insbesondere das Wissen um deren Erhalt multipliziert wird.

Neue Freunde zu gewinnen, seine eigene Persönlichkeit in einen Vereinsprozess einzubringen und seine Stärken für die Gemeinschaft nutzbar zu machen sind letztlich jenes soziale Element in unserem Leben, welches das Menschsein erst erlebbar und befriedigend sein lässt. Somit kann und ist unser Verein eine Möglichkeit, sich neben dem Arbeitskollektiv, neben der Familie und anderen Organisationsformen zu verwirklichen.

Ich denke, mehr und wichtigere Argumente für die Notwendigkeit eines Vereinslebens in unserer Zeit braucht man nicht zu geben. Ich freue mich, dass die Fachgesellschaft andere Sukkulenten so viele Menschen erreicht und noch mehr freue ich mich über jeden, der in dieser oder jener Form dazu beiträgt, das unsere Aktivitäten wachsen und weiter multipliziert werden. Danke dafür allen!

Mit freundlichen Grüßen – Ihr Jörg Ettelt, Präsident

© 2008-2017 Fachgesellschaft andere Sukkulenten e.V.
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