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Berichte zu unserer JHV

 

 

JHV 2015

 
Bericht zur Jahreshauptversammlung
und Tagung 2015 der
Fachgesellschaft andere Sukkulenten 

Der Vorstand war diesmal bei seinen Bemühungen um ein anspruchsvolles Tagungsprogramm von einigem Pech verfolgt. Der ursprünglich eingeplante Hauptreferent aus Südafrika musste vier Monate vor Versammlungsstart absagen, der Redner aus England zur beliebten Gruppe der Lithops konnte die Veranstaltung aufgrund eines Eisenbahnerstreikes in Belgien nicht erreichen. All dies konnte letztlich kompensiert werden.

Schwer zu ertragen und in Zukunft zu kompensieren ist jedoch das unerwartete Ableben unseres hochverdienten Vorstandsmitgliedes Hans-Jürgen Thorwarth genau drei Wochen vor der Hauptversammlung. Diese Tatsache lag wie ein Schatten über der Veranstaltung und die Teilnehmer zeigten sich sehr betroffen.

 Giuseppe Orlando       

Da wir mit Giuseppe Orlando einen mehr als gleichwertigen Ersatz für den ausgefallenen südafrikanischen Sprecher finden konnten, der am „nichtoffiziellen“ Freitag mit seinem Beitrag zu den Aloe auf Madagaskar startete, konnten wir einen neuen Rekord bei den Teilnehmern an diesem Vorabend verzeichnen. Und sie wurden von Giuseppes Vortrag nicht nur nicht enttäuscht, Stil und die klare Struktur seiner Vorträge sind so ansprechend und interessant, dass alle völlig gebannt den Ausführungen folgten und vom Gebotenen begeistert waren. Im Anschluss folgten bereits zahlreiche persönliche Kontakte und Diskussionen und alle waren extrem auf die folgenden Tage gespannt.

Der Samstag startete mit dem offiziellen Pflanzenverkauf – von Mitgliedern für Mitglieder und Gäste – und dem Vortrag unserer Ehrenmitglieder Waltraud und Bernd Keller. Blütenmeere einjähriger wie auch sukkulenter Pflanzen überzogen ganze Landschaften im Süden Afrikas. Gewürzt mit Anekdoten und Erlebnissen starteten wir so in einen erlebnisreichen Versammlungstag.

Sehr zu Dank verpflichtet sind wir unserem Ehrenpräsident Gerhard Wagner, der völlig unvorbereitet in die entstandene Lücke unseres verhinderten englischen Vortragenden einsprang und einen winzigen Ausschnitt seines umfassenden Wissens zu den Mesembs im südlichen Afrika ausbreitete.

Nach der Mittagspause – und dem Erwerb weiterer Pflanzen – fand in guter Tradition die Jahreshauptversammlung der FGaS statt. Nach dem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder zeigte die Veranstaltung die weiterhin positive Entwicklung der Gesellschaft. Zwar hat sich der Mitgliederzuwachs ein wenig verlangsamt auf nur noch 4,3 % effektives Wachstum, doch die Hauptaktivitäten zeigen weitgehend positive Tendenzen. Nicht nur dass der Vorstand weiter verjüngt werden konnte und die Aufgaben auf breitere Schultern verteilt wurden, insbesondere der Umstieg der Zeitschrift Avonia vom alten A5-Format auf das attraktive A4-Format hat bei den Mitgliedern sehr guten Anklang gefunden. Dass diese Umstellung weitgehend kostenneutral erfolgen konnte und dank eines sehr guten Artikelvorlaufes bei der Redaktion möglich ist, erstaunte nicht wenige Mitglieder, ist aber Ausdruck des Engagements der Beteiligten sowie einer guten Zusammenarbeit zwischen Redaktion, Druckerei und der Post. Die anstehende Wahl des Vorstandes konnte zügig und ohne jegliche Gegenstimme vollzogen werden.

Nach einer kurzen Pause schloss sich ein weiterer Vortrag von Giuseppe Orlando an. Alle inzwischen beinah 100 Teilnehmer folgten erneut gebannt seinen Ausführungen diesmal zum Thema „Stapelien-artige in Jemen und auf Sokotra“. Land und Leute wurden ebenso charakterisiert wie auch die Habitate, in denen die Pflanzen wachsen.

Nach dem Abendessen folgte dann der überaus interessante wie faktenreiche Vortrag unseres weiteren Gastredners Jakub Jilemicky aus Prag. Er zeigte uns einen Überblick über die Arten der Gattung Haworthia im Western Cape. Fachsimpeleien folgten bis teilweise tief in die Nacht.

Der Sonntag war nicht selten ein problematischer Tag unserer Veranstaltungen, nicht jedoch diesmal. Mehr als die Hälfte der Anwesenden waren geblieben, um Giuseppes dritten Vortrag zu den Sukkulenten am Horn von Afrika zu verfolgen. Bislang lag unser Rekord am Sonntag bei knapp 40, als Ernst van Jaarsveld unser Gast war, diesmal war der Saal mit über 50 Teilnehmern noch gut gefüllt. Und sie sahen wieder Erstaunliches – und sehr schön gelang es Giuseppe, die Verbindung zwischen Jemen, seinem Vortrag vom Vortag und dem Horn zu verdeutlichen: Ähnliche Arten, lediglich über ein paar hunderttausend Jahre getrennt, zeigen die entwicklungsgeschichtlich enge Zusammengehörigkeit dieser Region. Noch lange wurde diskutiert, bevor die Pflanzen eingepackt werden sollten und Abschied genommen werden musste.

Das Echo auf dieses Treffen fiel erneut und verstärkt positiv aus und alle sind schon auf die JHV 2016 gespannt. Auch der Vorstand hat bereits Ideen, wie 2016 der Erfolg von diesem Jahr wenigstens wiederholt werden kann und auch was Verbesserungen betrifft. Als weltweit wohl älteste Gesellschaft, die sich ausschließlich den „anderen Sukkulenten“ verschrieben hat, bekommen wir inzwischen auch schon Angebote von versierten Freunden, die sehr gern bei uns einmal Auftreten möchten.

Mehr Fotos finden Sie in der "Sukkulenten 2015-11".

Dr. Jörg Ettelt, Präsident

© 2008-2017 Fachgesellschaft andere Sukkulenten e.V.
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